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Schmerz erzeugt mehr Schmerz: Eine holistische Betrachtung

  • Autorenbild: Deli
    Deli
  • 4. Apr. 2024
  • 2 Min. Lesezeit



Es ist faszinierend, wie stark Angst vor Schmerzen und Bewegungseinschränkungen unseren Bewegungsablauf beeinflussen kann. Kürzlich hatte ich eine Teilnehmerin in meinem Kurs, die Ausfallschritte mit großer Angst ausführte. Offensichtlich verspürte sie Schmerzen oder fürchtete, diese zu empfinden. Sie bemühte sich nach Kräften und betonte, dass ihr Arzt ihr geraten hatte, mehr Sport zu treiben. Doch offensichtlich reichte das allein nicht aus. Die Angst vor Schmerzen beeinträchtigte ihre Bewegungsausführung und verstärkte möglicherweise sogar ihre Beschwerden durch eine unvorteilhafte Schonhaltung.

Der Begriff "Schmerzgedächtnis" beschreibt die Veränderungen im zentralen Nervensystem, die durch wiederholte Schmerzerfahrungen entstehen. Angst vor Bewegung kann zu einem Rückgang der Aktivität führen, was oft zu verstärkten Depressionen und Behinderungen führt. Es ist daher von entscheidender Bedeutung, jemanden zu haben, der einem gut anleiten und korrigieren kann, wenn die Bewegungsausführung nicht optimal ist.

Jeder Mensch hat natürlich Angst vor Schmerzen und Verletzungen. Doch wenn wir Freude an der Bewegung entwickeln, können wir negative Erfahrungen durch positive ersetzen und somit den Kreislauf von Angst und Schmerzen durchbrechen.

Chronische Schmerzen können durch Veränderungen in der Signalverarbeitung im Nervensystem verursacht oder verstärkt werden. Ungenügend behandelte Schmerzen können Spuren im Zentralnervensystem hinterlassen, die die Empfindlichkeit für Schmerzreize erhöhen und sich als Hyperalgesie manifestieren können. Starken Schmerzreizen können das Übertragen von Schmerzinformationen vom peripheren auf das Zentralnervensystem langfristig verstärken. Leider ist es bislang pharmakologisch nicht möglich, das Schmerzgedächtnis zu löschen.

Dennoch bieten neue neurobiologische Konzepte vielversprechende Ansätze zur Vermeidung und Behandlung chronischer Schmerzen. Gegenirritationsverfahren wie die transkutane elektrische Nervenstimulation oder die (Elektro-)Akupunktur können zumindest vorübergehend die gesteigerte Empfindlichkeit des nozizeptiven Systems im Rückenmark normalisieren. Es ist wichtig, dass wir weiterhin an neuen Methoden arbeiten, um Schmerzen zu lindern und unseren Teilnehmer /Kunden ein besseres Leben zu ermöglichen - nicht nur körperlich, sondern auch mental und emotional.

 
 
 

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© 2021 Deliangela Sojo Thomas. Erstellt mit Wix.com

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